Anja Graf

Reise nach Uganda

Unsere Reiseexpertin Anja Graf verwirklicht einen Traum, den sie schon seit über 15 Jahren mit sich trägt: Ihre Reise führt sie nach Uganda, ins Land der Gorillas und Schimpansen. Begleiten Sie sie auf ihrer Reise durch ein Land voller Vielfalt und Ursprünglichkeit Erfahren Sie, wie ein unvergesslicher Moment im Kibale Forest all ihre Erwartungen übertraf – und warum «The Pearl of Africa» diese Bezeichnung wirklich verdient.

Uganda – die Perle Afrikas, ganz nah

Seit nun mehr als 15 Jahren habe ich von einem Gorilla Trekking in Uganda geträumt. Dass mich jedoch ein ganzes Land so begeistern würde und das Trekking zu einem kleinen Highlight von vielen werden würde, das hatte ich nicht erwartet. Uganda gehört für mich nun zu einem der eindrücklichsten und vielseitigsten Länder Afrikas. Mein persönliches Highlight: Ein Moment im Kibale Forest, der alles übertrifft, was ich mir vorgestellt hatte…

Ankunft in Entebbe

Der Empfang am Flughafen ist unkompliziert und herzlich, dank des Meet-and-Greet unserer Agentur. Noch während der Fahrt vom Flughafen ins Hotel wird klar, wie lebendig dieses Land ist. Motorräder, Märkte, Menschen auf dem Weg irgendwohin. Kampala schläft nicht – und schon gar nicht samstagnachts.

Da ich einen Tag früher angereist bin, bleibt Zeit für einen Stadtrundgang. Den Königspalast, die Royal Tombs und der Buganda Road Craft Market. Ein ruhiger und dennoch hektischer und spannender Einstieg in Uganda.

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Murchison Falls Nationalpark

Von Kampala aus fahren wir nordwärts bis in den Murchison Falls Nationalpark, mit einem Halt im Ziwa Rhino Sanctuary. Zu Fuss, begleitet von einem Ranger, suchen wir die Breitmaulnashörner. Wir finden sie. Massiv, ruhig und vollkommen unbeeindruckt von uns. Dass diese Tiere in Uganda wieder existieren, verdanken sie einem konsequenten Schutzprogramm.

Während der Golden Hour kommen wir dann im Murchison Falls Nationalpark an und gehen auf einen Rundgang, oberhalb der Wasserfälle. Der Nil quetscht sich hier durch eine ca. sechs Meter breite Felsschlucht, begleitet von einer traumhaften Weitsicht.

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Am nächsten Morgen steht der Nil-Delta Bootstrip auf dem Programm. Die Bootstour gehört zu den schönsten, welche ich bisher erleben durfte. Die vielseitige Flora & Fauna, den erhofften Schuhschnabel zu sehen und der Übergang in den Lake Albert, einfach grossartig. Zurück fuhren wir mit dem Safari-Fahrzeug, sodass wir auf unserem Game Drive die Region Überland kennenlernen konnten.

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Nach dem Mittagessen stiegen wir wieder ins Boot, flussaufwärts zu den Murchison Falls selbst. Auf dem Weg dorthin begleiteten uns Elefanten von klein bis gross, zahlreiche Hippos, Büffel, Kobs und Nil-Krokodile.

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Kibale Forest

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Ich wusste, dass das Schimpansen-Trekking heute auf dem Programm steht. Ich wusste jedoch nicht, dass ich mein persönliches Highlight erleben würde.

Der Kibale Forest ist dicht, feucht und lebendig. Mit etwas Glück kann man sogar Wald-Elefanten sehen. Unsere Ranger kennen die Wege. Dann plötzlich heisst es, die Schimpansen sind hier, bitte Maske anziehen (zum Schutz der Tiere). Nach etwas suchen, habe ich den ersten Schimpansen, hoch oben in einer Baumkrone gesehen. Weil es in der Nacht geregnet hat, sind die Tiere heute etwas später unterwegs. Sie mögen es nicht, den nassen Boden zu berühren. Dann, aus dem nichts erscheint ein Schimpansen-Ruf, gefolgt von zwei, drei weiteren und dann sind es bestimmt über 30 Tiere, die miteinander kommunizieren. Völlig naiv und mit Gänsehaut wurde mir bewusst, dass die Baumkronen voller Schimpansen sind, ich sie aber nicht sehen konnte. Die Rufe lassen die Luft fast vibrieren und ich höre einfach nur völlig überwältigt zu.

Mit viel Geduld, steigt später ein Männchen von einem Baum, direkt neben uns. Er schaut mich nur kurz an und geht dann völlig unbeeindruckt seinen Weg – umso beeindruckter war ich.

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Wir wandern etwas weiter, bis wir gegen Ende unseres einstündigen Aufenthalts, von ein paar weiteren Schimpansen auf dem Boden überrascht werden. In Ruhe beobachten wir, wie sie essen, klettern und miteinander umgehen.

Was für ein faszinierendes Ende dieses unbeschreiblichen Erlebnisses. Den Klang der Schimpansen überall über mir und die Beobachtungen auf Augenhöhe werde ich nie vergessen.

Queen Elizabeth Nationalpark

Wir fahren weiter zum Queen Elizabeth Nationalpark, mit einem obligaten Stopp beim Äquator. Für die nächsten zwei Nächte übernachten wir im Kyambura Game Reserve. Die River Station Lodge lässt keine Wünsche offen, direkt am Kazinga Kanal. Wir wurden verwöhnt, von der Kulinarik, dem Ort und den für uns geplanten Überraschungen. Frühmorgens ging es los auf Pirschfahrt. Die Landschaften sind unfassbar vielseitig und schön. Anstelle des Morgenkaffees im Busch wurden wir mit einem Bush Breakfast auf einem Kraterrand überrascht. Life Cooking und Champagner inklusive. Die Siesta verbrachte ich am Pool, den von dort aus, konnte ich über 200 Elefanten beim Trinken und Baden beobachten.

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Nachmittags fuhren wir dann per Boot ans andere Ufer und erlebten einen Game Drive im Queen Elizabeth Nationalpark selbst. Beeindruckt hat mich, wie wenig Fahrzeuge und Leute unterwegs waren. Eine Löwenbesichtigung nur für uns – das ist der wahre Luxus. Auf der Rückfahrt wartete noch ein letztes Highlight: ein Segel-Dhow, das uns in eine versteckte Bucht am Ufer brachte. Dort war ein Sundowner für uns vorbereitet. Still und einen Moment für mich, habe ich die Farben des Sonnenuntergangs und den badenden Büffel auf mich wirken lassen. Zurück fuhren wir dann mit dem offenen Safarifahrzeug, im Dunkeln und wurden bereits von nachtaktiven Tieren begleitet.

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Ishasha Sektor und unterwegs in Uganda

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Auf dem Weg nach Bwindi passiert man den Ishasha-Sektor des Queen Elizabeth Nationalparks – bekannt für eine der wenigen Löwenpopulationen, die regelmässig auf Bäume klettern. Hier heisst es – African Massage, die Strassen sind wirklich schlecht oder sagen wir «naturbelassen», aber ich liebte es. Begleitet wurden wir von tausenden Schmetterlingen.

Zurück auf den befestigen Strassen, für die letzte Etappe, hiess uns das typische Leben wieder willkommen. Unterwegs in Uganda heisst, stets begleitet von Motorrädern zu sein, welche alles aber wirklich alles transportieren. Neugierige Kinder, welche winken und spielen. Jeder ist etwas am Tun – Felder bewirtschaften, Haare flechten, Motorräder waschen oder wartend auf einen Kunden im eigenen Laden sitzend. Während der Vorbeifahrt entdeckt man immer wieder etwas Neues und Unerwartetes. Zudem begleitet von schönsten, grünen Landschaften. Pinienwälder, Bananen- oder Teeplantagen, Felder oder Vulkan- und Kraterlandschaften.

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Bwindi Impenetrable Forest

Bwindi ist anders als alles zuvor. Einerseits das erste Gefühl von beginnendem Tourismus andererseits ein dichter Regenwald der schöner nicht sein könnte. Zwischen Sonnenschein, hoher Luftfeuchtigkeit, Regen und Nebel, bot uns das Ende der Regenzeit alles.

Nun hiess es, nur noch einmal schlafen, bis mein Traum wahr wird – das Gorilla-Trekking. Die Berggorillas des Bwindi sind an Menschen gewöhnt aber von Zutraulichkeit kann keine Rede sein.

Die Tracker sind schon Stunden vor uns aufgebrochen. Nach etwa eineinviertel Stunden Wanderung durch den dichten Regenwald, rauf, runter und wieder rauf, ein Zeichen. Unser Ranger erklärt uns, dass wir die Familie gefunden haben, letztes Mal trinken und Maske auf. Als ich um die Ecke kam und die ganze Familie entspannt dort liegen sah, traute ich meinen Augen kaum. Mittendrin ein 8 Monate junges Baby – Brunus, was für ein lebendiger Junge. Während der ganzen Stunde wurden wir von seiner Neugier, seiner aktiven Verspieltheit und dem Umgang mit den Erwachsenen beeindruckt. Nur einmal wurde ich kurz nervös, als der Silberrücken aus dem Nichts an uns vorbeilief, mit den anderen kommunizierte und sich dann hinsetzte. In jeder für uns unsicheren Situation gab uns unser Guide die richtige Einschätzung und Instruktionen zur Situation. Als sich der Silberrücken dann hinlegte, sich am Bauch kratzte und seelenruhig mit Brunus spielte, musste ich fast etwas lachen.

Nach wunderbaren Foto- und Videoaufnahmen musste ich mal alles zur Seite legen. Um den Moment einfach für mich und mit meinen Augen geniessen zu können – denn wenn etwas garantiert ist, dann dass diese Stunde schnell vorbei geht.

Auf demselben Weg, durch Dornengebüsche, einen faszinierenden Regenwald und Teeplantagen wanderten wir zurück zum Ausgangspunkt.

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Im Anschluss haben wir das Projekt «Ride for a Woman» besucht. Frauen aus der Region lernen hier Korbflechten, Nähen, Englisch, Fahrradreparaturen und mehr. Was als kleines Projekt begann, ist heute etwas Ernsthaftes. Und ein klares Beispiel dafür, wie Reisen direkt in lokalen Gemeinschaften wirken kann.

Um eine weitere, lange Tagesetappe zu umgehen, flogen wir vom Kihihi Airstrip zurück nach Entebbe. Was für ein schöner Abschluss, Uganda von oben zu sehen.

Uganda ist kein einfaches Reiseland – die Strassen sind lang, die Distanzen gross, das Tempo ruhig. Wer das akzeptiert, wird dafür belohnt. Mit einer Natur, die noch nicht aufgeräumt wirkt und weit mehr als einem Gorilla-Trekking. Mit Menschen, die zurückhaltend höflich sind. Mit Erlebnissen, die nicht inszeniert sind.

Die Perle Afrikas – für mich bis anhin eine Floskel und jetzt ein wahres Gefühl.

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Anja Graf

Mai 2026