Fabienne Camenzind

Reise durch Südaustralien

Im Mai bereiste Fabienne Camenzind, Travel Expert Ozeanien bei Dreamtime, Südaustralien. Von Adelaide über die wilde Eyre Peninsula und das Barossa Valley bis in die majestätischen Flinders Ranges – eine Reise voller Weite, Wildnis und Wein. Lassen Sie sich begeistern.

Südaustralien – Weite, Wildnis und Wein

Meine Reise durch Südaustralien beginnt mit der Ankunft in Adelaide – einer Stadt, die oft unterschätzt wird. Viele empfinden Adelaide als langweilig, ich dagegen mag die entspannte Stadt sehr. Sie ist kompakt, überschaubar und gleichzeitig lebendig, mit vielen Grünflächen, gepflegten Parks sowie zahlreichen Festivals und Veranstaltungen.

Nach der Akklimatisation lasse ich Adelaide hinter mir und fahre Richtung Norden nach Port Augusta. Die Stadt selbst wirkt alles andere als einladend. Positiv überrascht mich jedoch der Australian Arid Lands Botanic Garden. Die weitläufige Anlage zeigt eindrucksvoll die faszinierende Pflanzenwelt der trockenen australischen Regionen und vermittelt einen spannenden Einblick in die Schönheit der Outbacklandschaft.

Am nächsten Morgen geht die Reise weiter Richtung Port Lincoln auf der Eyre Peninsula. Bereits unterwegs warten erste Highlights. Unter anderem entdecke ich entlang der Strecke eindrucksvolle Silo Art Kunstwerke. Die bemalten Getreidesilos erzählen Geschichten über das Leben in den ländlichen Regionen Australiens und verleihen den kleinen Orten entlang der Route eine besondere Atmosphäre.

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Port Lincoln, an der Südküste Australiens gelegen, ist für die kommenden Nächte mein Zuhause. Die Stadt gilt als „Seafood Capital of Australia“ und ist bekannt für frische Meeresfrüchte und ihre maritime Geschichte. Obwohl ich persönlich kein grosser Seafood-Fan bin, begeistert mich die entspannte Atmosphäre der Stadt und ihrer Umgebung. Spannend ist der Besuch des Alex Stenross Maritime Museum, wo historische Boote und liebevoll restaurierte Schiffe einen faszinierenden Einblick in die Seefahrtsgeschichte der Region geben. Während einer Seafood Cruise durch ruhige Buchten der Eyre Peninsula, werden frische Austern, Muscheln und andere Spezialitäten serviert. Anstelle fangfrischer Meeresfrüchte zu essen, beobachte ich jedoch lieber Albatrosse, Seelöwen und die wunderschöne Küstenlandschaft.

Auch ein Besuch bei «The Fresh Fish Place» steht natürlich in Port Lincoln auf dem Programm – inklusive Blick hinter die Kulissen der Fischverarbeitung. Eindrücklich, aber nach einer Weile habe ich buchstäblich die Nase voll vom Geruch in der Fischerei. Ich bin dankbar, ins dazugehörige Café wechseln zu können, um mir dort ein köstliches Mittagessen zu gönnen.

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Ein weiterer Höhepunkt in der Umgebung von Port Lincoln ist der Coffin Bay National Park mit seinen türkisfarbenen Buchten, weissen Sandstränden und wilden Küstenlandschaften. Auf einem geführten Spaziergang lerne ich ein einzigartiges und gefährdetes Ökosystem kennen. Dabei erfahre ich Spannendes über einheimische «Bush Tucker»-Pflanzen, das traditionelle Wissen der indigenen Bevölkerung sowie die alte Kunst des «Water Divining» – dem Aufspüren von unterirdischem Wasser mithilfe zweier Metallstäbe.

Zum Abschluss geniesse ich die spektakuläre Landschaft entlang des geschichtsträchtigen Whalers Way an der Südspitze der Eyre Peninsula. Zerklüftete Küsten, mächtige Felsformationen und tosende Blow Holes zeigen hier die ungezähmte Kraft des Südlichen Ozeans. Das verhängte Wetter und der leichte Nieselregen verleihen der Landschaft zusätzlich eine mystische Stimmung.

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Von der Eyre Peninsula führt meine Reise schliesslich weiter ins Barossa Valley und anschliessend in die Flinders Ranges. Unterwegs verändert sich die Landschaft stetig. Endlose Ebenen weichen sanften Hügeln, Weinbergen und charmanten kleinen Ortschaften.

Die Flinders Ranges zeigen sich von ihrer überraschendsten Seite – ausserordentlich viel Regen hat die sonst karge Outback-Landschaft in ein sattes Grün verwandelt. Selbst die wenigen Einheimischen erzählen, dass sie die Region seit vielen Jahrzehnten nicht mehr so grün erlebt haben. Die nahezu sattgrünen Flächen, die sich zwischen den markanten Gebirgszügen ausbreiten, bringen mich nicht mehr aus dem Staunen heraus. Mit dem 4WD-Camper erkunde ich die Region auf staubigen Offroad-Pisten und zu Fuss. Aufgrund der starken Regenfälle sind einige Strecken allerdings gesperrt, sodass spontane Routenanpassungen nötig werden.

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Obwohl ich die Flinders Ranges bereits kenne, faszinieren sie mich jedes Mal aufs Neue. Besonders beeindruckend sind neben der vielfältigen Landschaft die zahlreichen Wildtierbeobachtungen sowie eine spannende Tour mit einem indigenen Guide der Adnyamathanha («Rock People»), bei der ich viel über die Geschichte, Kultur und Verbundenheit der Menschen mit diesem Land erfahre. Ein weiteres Highlight ist mein erster Besuch in Arkaroola mit seinen spektakulären Landschaften und dem beeindruckenden Sternenhimmel. Auch ein kurzer Stopp im legendären Prairie Hotel darf auf dem Weg nach Wilpena Pound nicht fehlen.

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Die letzte Nacht verbringe ich auf einem idyllischen Campground im Clare Valley am Lagerfeuer. Am nächsten Tag geniesse ich eine Fahrradtour auf dem bekannten Riesling Trail, gefolgt von einem Mittagessen und einer Weinverkostung. Danach geht es zurück nach Adelaide, wo ich mich von meinem zuverlässigen Toyota Hilux von Adventure Rentals verabschiede – dem perfekten Begleiter für dieses Offroad-Abenteuer.

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Von den wilden Küsten der Eyre Peninsula über die majestätischen Flinders Ranges bis in die genussvollen Weinregionen – Südaustralien hat mich auf jeder Etappe neu überrascht und begeistert. Was bleibt, sind die unendliche Weite, unverhoffte Begegnungen mit der Tierwelt, die tiefen Geschichten dieses Landes und jene stillen Momente unter einem Sternenhimmel, der einen sprachlos zurücklässt. Mit einem Gepäck voller unvergesslicher Eindrücke verlasse ich Südaustralien – und mit der festen Gewissheit: Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein.

Fabienne Camenzind

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Mai 2026