

Jennifer Meier, Senior Travel Expert für Ozeanien, nimmt Sie mit auf ihre persönliche Reise durch die Süd- und Nordinsel Neuseelands. Die beeindruckende Natur, authentische Begegnungen und die grenzenlose Weite des Landes haben sie einmal mehr in ihren Bann gezogen. Begeistert und voller unvergesslicher Eindrücke ist sie aus Aotearoa zurückgekehrt. Lassen Sie sich von ihren Erlebnissen inspirieren!
Die Reise beginnt in Christchurch – nach einer langen, aber angenehmen Anreise mit Singapore Airlines erst einmal ankommen, durchatmen, schlafen. Am nächsten Morgen geht es gleich hinein ins Geschehen: Mit Maori-Guide Riwai erkunden wir Christchurch zu Fuss – eine Stadt, die das Erdbeben von 2011 tief gezeichnet hat und seither eindrücklich neu ersteht. Wir verkosten lokale Produkte, hören Geschichten über Christchurch und tauchen ein in die Welt der Maori. Kein aufgesetztes Tourismusprogramm, sondern echter Einblick – ein Reisestart, wie er besser kaum sein könnte.
Nach der Mietwagenübernahme in der Stadt geht die Reise los auf die panoramareiche Banks Halbinsel. Im charmanten Akaroa lassen wir uns Fish & Chips schmecken und geniessen bei strahlendem Sonnenschein ein kühles L&P – das neuseeländische Kultgetränk schlechthin.


Die nächste Etappe führt ins Landesinnere – mit einem zwingenden Stopp beim Fairlie Bakehouse. Wer die Pies dort probiert hat, versteht, warum Neuseeländer so gerne über ihr Backwerk reden. Dann öffnet sich das Mackenzie Basin, und der türkisblaue Lake Tekapo tut das, was er immer tut: er verschlägt einem den Atem. Die Hügel leuchten in goldgelbem Tussockgras, im Hintergrund die Berge – wie im Bilderbuch. Nach einem kurzen Spaziergang am See geht die Fahrt weiter entlang des Lake Pukaki, wo sich im Hintergrund durch die Wolken der imposante Mount Cook blicken lässt. Ein Abstecher dorthin muss dieses Mal leider warten. Die Strasse führt weiter via Oamaru nach Dunedin, der überschaubaren Studentenstadt mit unverkennbar schottischer Ader. Das Foto vor dem Bahnhof? Pflicht.


Von Dunedin erreicht man die tierreiche Otago Halbinsel. Via Larnach Castle und kurvenreiche Strassen erreichen wir einen wunderbaren Aussichtspunkt. Die Wanderung dorthin führt durch Schafherden, und obwohl der Wind kräftig bläst, belohnt der Ausblick aufs Meer und die Küste jeden Schritt. Der nächste Morgen beginnt mit Kaffee oder heisser Schokolade an der Strandpromenade in Saint Clair Beach – sehr zu empfehlen, bevor es weiter auf die steile Wanderung zum Tunnel Beach geht. Danach ist man definitiv wach. ????
Anschliessend führt die Fahrt in die touristisch noch wenig bekannte Catlins Region. Die Strassen werden kurviger und schlängeln sich vorbei an Wasserfällen, die von dichten grünen Regenwäldern umgeben sind. Die Wanderung zum Nugget Point Lighthouse zählt zu den Highlights dieser Region – von den Klippen aus lassen sich Seehunde beobachten und mit etwas Glück auch Pinguine. In Curio Bay übersehen wir in der Porpoise Bay fast einen gemütlich schlafenden Seelöwen, dem unser Auftauchen herzlich gleichgültig zu sein scheint. Im Meer springen Delfine und die Küstenlinie ist wunderschön rau und wild.




Via flaches Farmland geht es nach Te Anau, dem Tor zu Fiordland, wo definitiv wieder mehr Touristen anzutreffen sind. Zwei Übernachtungen bieten genug Zeit für einen Tagesausflug zum bekannten Milford Sound. Früh aufstehen lohnt sich, bevor die grossen Cars das enge Tal bevölkern. Und: Sandfly Spray ist essentiell.???? Die Fahrt zum Sound ist bereits ein Erlebnis: Wasserfälle stürzen direkt von den Felswänden, der Lake Gunn lädt zum Staunen ein, der Homer Tunnel zur kurzen Ehrfurcht vor der Natur – es gibt immer wieder Stoppmöglichkeiten. Den Milford Sound erkundet man am besten vom Wasser aus – eine Bootsfahrt gibt einem das richtige Gefühl für die schiere Grösse dieser Felswände, die senkrecht aus dem Fjord aufsteigen. Wer lieber zu Fuss unterwegs ist, findet auch auf den umliegenden Wanderwegen unvergessliche Perspektiven. Anschliessend geht es dieselbe Strecke zurück nach Te Anau, denn am nächsten Tag steht die Erkundung des noch imposanteren Doubtful Sounds an!
Die zweitägige Übernachtungscruise im Doubtful Sound zählt auf jeden Fall zu den Highlights der Reise. Der Tag beginnt mit einer Bootsfahrt über den stillen Lake Manapouri, dann mit dem Bus über den Percy Pass, bevor man das Schiff im Sound besteigt. Vom Boot aus können verschiedene Aktivitäten unternommen werden, darunter Kajakfahrten mitten in der Natur, weit abseits jeglicher Zivilisation. An Board wird man kulinarisch verwöhnt. Am nächsten Morgen mit der Natur im Sound aufzuwachen ist ein Erlebnis der besonderen Art. In einer versteckten Bucht wird der Schiffsmotor abgeschaltet – und für einen Moment herrscht absolute Stille. Nur Wasser, Fels und Himmel. Einer jener Momente, die man nicht vergisst. Gegen Mittag erfolgt die Rückkehr über denselben Weg nach Manapouri.



Von Manapouri geht unsere Reise weiter nach Queenstown, die Stadt direkt am Lake Wakatipu. Queenstown empfängt uns mit dem üblichen Trubel – aber auch hier ist man schnell draussen in der Natur. Zum Abendessen gibt es den bekannten Ferg-Burger, der sich trotz langem Anstehen absolut lohnt. Die Fahrt entlang des Sees nach Glenorchy ist atemberaubend, das Foto der alten Boatshed am See ein Muss. Dann hoch hinaus auf einer Tageswanderung auf dem Routeburn Track – anstrengend, ja, aber die Landschaft und die tollen Ausblicke machen das mehr als wett. Am nächsten Tag gönnen wir uns daher Entspannung in den traumhaften Onsen Hotpools – mit viel Glück hatten wir kurzfristig noch ein Plätzchen erhalten - die Pools sind immer sehr gut gebucht! Ein Abstecher ins idyllische Arrowtown rundet den Tag ab.


Von Queenstown geht es via Cardrona Pass nach Wanaka, wo es leider etwas windig für einen ausgedehnten Spaziergang an der Lakefront ist. Dafür leuchtet die Lavendelfarm in herrlichem Violett. Entlang des Lake Hawea und dem Makarora River führt eine panoramareiche, kurvenreiche Fahrt über den Haast Pass an die Westküste. Ein Stopp bei den Blue Pools und den beeindruckenden Wasserfällen unterwegs ist Pflicht. An der Westküste bleibt uns auf dieser Reise leider nicht viel Zeit, da nur eine Übernachtung geplant ist. Die Gletscherdörfer Fox und Franz Josef unterbrechen die Strecke – kleine Orte, die unmittelbaren Zugang zu den gleichnamigen Gletschern bieten. Die Region bietet tolle Wandermöglichkeiten und einzigartige Naturerlebnisse.
In Greymouth wartet die neue Pounamu Experience – ein interaktives Museum der Weta Workshop-Macher über die lokale Maori-Kultur. Berührend und lehrreich in einem. Anschliessend geht es bereits ab Greymouth ins Landesinnere – die Pancake Rocks bei Punakaiki müssen diesmal leider wegfallen. Dafür reicht es für den Nelson Lakes Nationalpark, der trotz neuseeländischer Sommerferien erfrischend ruhig ist. Der Lake Rotoiti lädt zum Baden und Entspannen ein. Weiter geht die Fahrt Richtung Blenheim, wo bald die ersten Weingüter der bekannten Region auftauchen. Für Weinliebhaber ist diese Gegend ein absolutes Muss.


Weiter geht es nach Picton, dem charmanten kleinen Hafenörtchen, von wo die grossen Fähren nach Wellington ablegen. Für uns geht es jedoch nicht über den Cook Strait, sondern aufs Mountainbike. Nach der Übernahme der Räder bringt uns ein Wassertaxi zum Start des Queen Charlotte Tracks. Der Plan klingt gut: drei Tage, zwei Übernachtungen im Punga Cove Resort und im The Portage Resort, die gesamte Strecke mit atemberaubenden Ausblicken über den Marlborough Sound. Was der Plan nicht vorsah: drei Tage Dauerregen.
Der Trail verwandelt sich in eine rutschige Herausforderung, und wir lernen wieder einmal schnell, dass Flexibilität auf Reisen keine Schwäche ist. Der erste Tag ist lang und kräftezehrend – nach sechs anstrengenden Stunden im Sattel erreichen wir das Punga Cove Resort. Ein Eisbad im Meer und anschliessend der Whirlpool: selten war Erholung so verdient. Nach einem guten Abendessen fällt man müde, aber zufrieden ins Bett.
Der Regen zeigt am zweiten Morgen keinerlei Reue. Da dieser Abschnitt fahrtechnisch der anspruchsvollste der ganzen Strecke wäre, entscheiden wir uns für die Alternativroute via Kenepuru Head auf die geteerte Strasse zum Portage Resort – eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erweist. Die Strecke ist landschaftlich schön, die Beine danken es, und der entspannte Nachmittag im Resort gibt neue Kraft. Am dritten Tag regnet es noch immer. Wir nehmen das Boot von der Torea Bay zurück nach Picton und lassen den letzten Abschnitt des Trails aus. Manchmal ist der klügste Plan der, den man spontan macht.


Hier belohnt uns der Sommer endlich mit gutem Wetter und wir machen eine Tageswanderung im atemberaubenden Abel Tasman Nationalpark. Das Wassertaxi haben wir für die Rückkehr gebucht und starten unsere Wanderung somit in Marahau. Mit immer wieder wunderbaren Ausblicken auf das Meer führt der Weg bis zur Anchorage Bay – einer paradiesischen Bucht mit wunderschönem Sandstrand. Hier bleibt Zeit für etwas Entspannung und ein erfrischendes Bad im Meer. Pünktlich steht das Wassertaxi bereit – doch es wartet schon die nächste Überraschung: es herrscht der rauesten Seetag der Saison. Die Wellen: riesig. Ich: nicht seefest. Ankunft: heil, per Traktor aus dem Wasser gezogen, wie das in Marahau eben so ist.
Der letzte Tag gehört Split Apple Rock und einem kühlen Getränk in der Sonne im Strandort Kaiteriteri. Den Mietwagen retournieren wir am Flughafen in Nelson, von wo es im Flieger via Christchurch auf die Nordinsel geht.


Nach einem Familienbesuch in der Waikato Region geht es auf eine Mietwagenreise in den hohen Norden – ins wilde Northland. Paihia in der Bay of Islands empfängt uns mit strahlendem Wetter, und der erste Programmpunkt lässt keine Wünsche offen: Eine Bootstour führt uns durch die verstreuten Inseln der Bucht, vorbei an versteckten Buchten und schliesslich zum berühmten Hole in the Rock – einem natürlichen Felsdurchbruch, durch den das Boot hindurchfährt. Auf der Urupukapuka Insel legen wir einen Stopp ein, erkunden die wunderschöne Insel zu Fuss und gönnen uns einen kurzen Sprung ins Wasser. Auf dem Rückweg steigen wir in Russell aus – dem charmanten, historisch bedeutsamen Strandörtchen.



Der zweite Tag in der Region gehört dem Waitangi Treaty Grounds Museum. Hier, an jenem Ort, wo 1840 der Vertrag zwischen der britischen Krone und den Maori unterzeichnet wurde, lässt sich die Geschichte Neuseelands hautnah erleben. Das Museum ist eindrücklich und gibt einem ein viel tieferes Verständnis für das Land und seine Menschen.
Weiter geht es auf die abgelegene Karikari Halbinsel, wo unterwegs der Duke's Nose Track auf uns wartet – eine fünfstündige Wanderung, die es durchaus in sich hat. Einige Kletterabschnitte fordern Trittsicherheit und Ausdauer, doch die Mühe lohnt sich: Die Ausblicke über die wilde Küstenlinie des Northland sind schlicht atemberaubend.
Am nächsten Tag geht es zum Highlight: dem Cape Reinga. Die Sonne strahlt und der Spaziergang beim Kap absolut atemberaubend. Auf dem Rückweg ist ein Abstecher zu den Sanddünen Pflicht – ein surreales Bild inmitten der grünen Northland-Landschaft. In Ahipara werfen wir noch einen Blick auf den weitläufigen Ninety Mile Beach, bevor die Fahrt weiter an die Kauri-Küste führt. Im kleinen Örtchen Omapere warten einige tolle Aussichtspunkte mit Blick über den Hafen von Hokianga.
Im Waipoua Kauri Forest empfangen uns schliesslich die ältesten und imposantesten Bäume Neuseelands. Diese Wälder haben etwas Mystisches, fast Ehrfurchtgebietendes. Danach führt die Fahrt weiter bis nach Auckland.


Von Auckland aus steht noch ein ganz besonderer Abstecher auf dem Programm: Aotea (Great Barrier Island). Die Insel lässt sich per Fähre oder Kleinflugzeug erreichen – wir entscheiden uns für das Flugzeug, und der Flug allein ist bereits ein Erlebnis. Der Blick von oben auf Waiheke Island und dann auf Great Barrier Island beim Anflug ist atemberaubend schön.
Die Insel ist noch einmal ein kleines, eigenes Neuseeland. Unberührte Natur, tolle Wanderwege, heisse Quellen, einsame Bade- und Surfstrände – und kaum Touristen. Die wenigen Läden und Restaurants haben nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, was die Insel noch authentischer macht.
Wir wohnen in einem malerischen Bungalow direkt am Meer mit eigenen Kayaks und erkunden die Insel während drei Tagen mit einem kleinen Mietwagen. Ein wunderbarer Abschluss dieser einmal mehr einzigartigen Reise durch das schöne Aotearoa!



Oktober 2024