Sarah Kunz

Reise nach Neuseeland

Im Rahmen einer ausgedehnten Neuseeland-Reise erkundete Sarah Kunz, Travel Expertin bei Dreamtime, die Süd- und Nordinsel sowie die Südsee zu Fuss. Zahlreiche Wanderungen durch alpine Seenlandschaften, dichte Regenwälder und wilde Küsten machten diese Reise zu einem eindrücklichen Erlebnis voller landschaftlicher Vielfalt.

Neuseeland zu Fuss erleben

Bei meiner letzten Reise durch Neuseeland habe ich mir bewusst Zeit genommen, einzelne Regionen intensiver zu entdecken und die Landschaft immer wieder auch zu Fuss erkundet.

Der Roadtrip verband längere Aufenthalte mit ausgewählten Wanderungen und bot dadurch eine schöne Mischung aus Freiheit, Bewegung und Komfort. Viele Wege lassen sich flexibel in eine individuelle Reise integrieren. Einige eignen sich als kurzer Zwischenstopp, andere als ausgedehnte Tageswanderung oder als Teil eines mehrtägigen Great Walks.

Die folgenden Wanderungen gehören zu meinen persönlichen Höhepunkten. Sie zeigen, wie vielfältig Neuseeland zu Fuss sein kann, von alpinen Seenlandschaften über wilde Küsten und dichte Regenwälder bis hin zu abgelegenen Inselwegen.

Tekapo Mt John Walkway

ca. 9 Kilometer, 3 Stunden

Bei einer meiner ersten Wanderungen in Neuseeland konnte ich bereits in die Weite der Südinsel eintauchen. Der Weg beginnt direkt am Lake Tekapo und führt in angenehmer Steigung hinauf zum Observatorium, das Teil des bekannten Dark Sky Gebiets ist.

Schon beim Aufstieg verändert sich der Blick mit jeder Kurve. Das intensive Türkis des Sees begleitet den Weg fast durchgehend und bildet einen faszinierenden Kontrast zu den trockenen Hügeln und den Bergen in der Ferne.

Oben angekommen reicht der Blick weit über die Mackenzie Region. Seen, goldene Hügel im Herbst und die Gipfel der Südalpen fügen sich zu einem Panorama, das man gerne noch eine Weile auf sich wirken lässt. Das kleine Café beim Observatorium ist dafür ein toller Ort.

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Auf der Weiterreise Richtung Ostküste bieten sich immer wieder schöne Möglichkeiten für kurze Stopps und kleinere Wanderungen entlang der Strecke an. Eine davon liegt am Lake Benmore, wo sich die Landschaft nochmals von einer ruhigeren, fast stillen Seite zeigt.

Benmore Peninsula Walk

ca. 4 Kilometer, 1 bis 2 Stunden

Die kurze Rundwanderung am Lake Benmore bietet sich als idealer Zwischenstopp an. Der Weg startet oberhalb des Benmore Dam und führt durch lichte Pinienwälder hinaus auf eine schmale Halbinsel.

Hier steht weniger das grosse Abenteuer im Vordergrund als die ruhige Schönheit der Landschaft. Schon nach kurzer Zeit öffnet sich der Blick auf den See, der je nach Licht in tiefem Blau oder leuchtendem Türkis schimmert. An klaren Tagen reicht die Sicht bis zu den Gipfeln der Südalpen und zum Mt Cook in der Ferne.

Der Weg verläuft abwechslungsreich über leichte Anstiege und entlang eines Höhenrückens. Für mich war es ein idealer Ort, um sich die Füsse zu vertreten und nochmals die Weite des Inlandes zu geniessen, bevor sich die Landschaft weiter südlich zunehmend verändert.

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Je näher ich der Otago Peninsula kam, desto stärker wich die stille Seenlandschaft einer raueren Küstenstimmung. Wind, Meer und offene Hügel prägten nun das Bild.

Okia Reserve Track

ca. 5 Kilometer, 1,5 bis 2 Stunden

Auf der Otago Peninsula zeigte sich Neuseeland von seiner wilden Küstenseite, mit offenen Flächen, Dünen und dem weiten Victory Beach als Ziel. Der Weg verläuft über offenes Farmland, durch Dünen und vorbei an den markanten Pyramids: zwei auffälligen Felsformationen, die der Wanderung einen unverwechselbaren Charakter geben.

Unterwegs wirkt die Landschaft beinahe unberührt. Grasflächen, Sand, Wind und Meer wechseln sich ab, bis man schliesslich den langen Strand erreicht. Gerade weil Victory Beach oft sehr ruhig ist, entsteht dort eine besondere Atmosphäre von Weite und Abgeschiedenheit.

Für mich wurde dieser Ort noch eindrücklicher, weil ich während der Wanderung Seelöwen beobachten konnte. Der Okia Reserve Track ist keine lange Wanderung, aber eine, die durch ihre Mischung aus Küste, Tierwelt und Ursprünglichkeit in Erinnerung bleibt.

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Mit der Fähre nach Stewart Island, auch Rakiura genannt, änderte sich die Stimmung meiner Reise nochmals deutlich. Alles fühlte sich abgeschiedener an. Die Wege wirkten stiller, die Vegetation dichter.

Horseshoe Point Track

ca. 6 Kilometer, 2 Stunden

Diese ruhige Küstenwanderung auf Stewart Island/Rakiura führt durch abwechslungsreiche Vegetation, vorbei an kleinen Buchten und entlang einer zerklüfteten Küstenlinie. Der Weg ist leicht hügelig, bleibt aber gut machbar und eröffnet immer wieder schöne Blicke auf das Meer.

Besonders gerne erinnere ich mich an den Abstieg zur Dead Man Beach. Der Strand liegt abgeschieden und eignet sich wunderbar für eine kurze Pause. Genau diese Stille macht den besonderen Reiz von Stewart Island/Rakiura aus.

In dieser ursprünglichen Umgebung leben auch Kiwis in freier Wildbahn. Allein dieses Wissen verändert die Wahrnehmung der Landschaft. Am Horseshoe Point angekommen reicht der Blick weit über die Foveaux Strait. Es ist eine Wanderung abseits der klassischen Routen, die nicht durch spektakuläre Effekte, sondern durch ihre Natürlichkeit überzeugt.

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Von Rakiura ging es zurück auf die Südinsel und weiter Richtung Fiordland. Die Fahrt nach Milford Sound ist landschaftlich sehr schön und stimmt bereits auf die besondere Atmosphäre dieser Region ein. Hier wirkt Neuseeland feuchter, grüner und geheimnisvoller.

Milford Track

ca. 53 Kilometer, 3 bis 4 Tage

Für meinen Abschnitt des Milford Tracks ging es zunächst per Boot von Milford Sound nach Sandfly Point, dem offiziellen Einstieg dieses berühmten Great Walks. Auch wenn die gesamte Route mehrere Tage dauert, lässt sich ein Teil davon sehr gut als Tageswanderung erleben.

Vom Bootsanleger führt der Weg durch dichten Regenwald entlang des Clinton River. Ich bin bis zur Poseidon Suspension Bridge und wieder zurück zum Sandfly Point gewandert. Moose überziehen die Bäume, Farne säumen den Weg und die feuchte Luft verstärkt die satte grüne Farbe der Vegetation. Dieser Abschnitt des Milford Tracks ist kein Weg der grossen Fernblicke, sondern ein Eintauchen in eine stille, fast mystische Regenwaldwelt.

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Die Westküste der Südinsel empfing mich anschliessend mit einer anderen Art von Intensität. Regen, Nebel und steile Täler gehören hier fest zur Landschaft dazu. Gerade dadurch wirken die Wälder und Gletscherregionen besonders kraftvoll.

Roberts Point Track Franz Josef

ca. 11 Kilometer, 5 bis 6 Stunden

Im Westland Tai Poutini National Park erwartete mich eine anspruchsvollere Tageswanderung rund um den Franz Josef Gletscher. Der Weg startet beim Glacier Car Park und führt zunächst durch das Tal, später über Hängebrücken und zunehmend steilere Abschnitte bergauf Richtung Roberts Point.

Diese Wanderung ist deutlich rauer als viele andere Wege auf meiner Reise. Der Pfad wird schmaler, Wurzeln und Felsen bestimmen den Untergrund und immer wieder eröffnen sich kurze Blicke ins Tal. Während meines Besuchs lag die Strecke leider im Nebel. Trotzdem hat sich die Wanderung gelohnt. Die Vegetation leuchtete im feuchten Grün und die Atmosphäre war auch hier fast mystisch.

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Nach den dichten Regenwäldern und der feuchten Westküste fühlte sich der Norden der Südinsel deutlich heller und milder an. Im Abel Tasman National Park rückten Meer, Strände und entspannte Küstenstimmung in den Vordergrund.

Abel Tasman Coast Track

ca. 60 Kilometer gesamt, 3 bis 5 Tage

Die Route zählt zu den bekanntesten Great Walks Neuseelands und führt entlang einer Küstenlandschaft mit goldenen Stränden, kleinen Buchten und dichtem Buschland. Ich habe den Track auf mehreren Tageswanderungen erkundet.

Besonders schön ist die Flexibilität dieser Wanderung. Einzelne Abschnitte lassen sich gut mit Bootstransfers kombinieren, sodass man die Länge der Tagesetappen individuell gestalten kann. Dadurch entsteht ein entspanntes Wandererlebnis, das sehr abwechslungsreich bleibt.

Der Charakter des Tracks ist deutlich leichter und sonniger als in Fiordland oder an der Westküste. Mal geht es durch schattigen Küstenwald, dann wieder öffnet sich der Blick auf türkisfarbenes Wasser und goldene Sandstrände.

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Nur wenige Stunden weiter zeigte sich der Norden der Südinsel erneut in einer anderen Stimmung. Die Marlborough Sounds wirkten geschützter, verzweigter und sanfter, mit Buchten, Hügeln und immer neuen Blickwinkeln auf das Wasser.

Queen Charlotte Track

ca. 70 Kilometer, 3 bis 5 Tage

Im Gebiet der Marlborough Sounds habe ich einen Abschnitt des Queen Charlotte Tracks gemacht. Die Strecke führt durch grüne Hügel, folgt geschützten Meeresarmen und bringt einen immer wieder zu Aussichtspunkten mit weiten Blicken über die verzweigte Landschaft der Sounds.

Was diesen Track besonders attraktiv macht, ist die Kombination aus Naturerlebnis und Komfort. Ich habe die Wanderung mit schönen Lodges entlang der Route verbunden, wodurch sich die Etappen entspannt gestalten liessen.

Landschaftlich lebt der Queen Charlotte Track von seinen Perspektivwechseln. Waldabschnitte, offene Höhenwege und Ausblicke über die Sounds folgen aufeinander, ohne dass die Wanderung eintönig wird. Für aktive Reisende, die Bewegung und Genuss verbinden möchten, passt diese Route besonders gut.

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Mit der Fähre ging es von der Südinsel weiter auf die Nordinsel. Dort führte mich die Route an die Ostküste, wo Neuseeland deutlich ruhiger und weniger touristisch wirkt. Die Region hat ihren ganz eigenen Rhythmus.

Cooks Cove Walkway

ca. 6 Kilometer, 1,5 bis 2 Stunden

Bei Tolaga Bay führt diese Wanderung über sanfte Hügel und durch offenes Farmland hinunter zur geschützten Cooks Cove. Schon unterwegs öffnen sich immer wieder schöne Blicke auf die Küste und das Meer.

Es herrscht eine beinahe ländliche Stimmung. Die Strecke ist nicht schwierig, aber abwechslungsreich genug, um immer wieder stehen zu bleiben und die Aussicht zu geniessen. Nach einem kurzen Abstieg erreicht man die abgelegene Bucht, die ruhig und geschützt zwischen den Felsen liegt.

Auffällig ist die Felsformation Hole in the Wall, durch die man direkt auf das Meer hinausblickt. Ich war an diesem Tag etwas spät unterwegs und hätte gerne noch länger in der Bucht verweilt. Mit der einsetzenden Dämmerung machte ich mich jedoch langsam wieder auf den Rückweg. Das Abendlicht tauchte die Küste in eine besonders stimmungsvolle Atmosphäre.

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Von der Ostküste der Nordinsel ging es weiter nach Aotea Great Barrier Island, einem Ort, den ich schon lange besuchen wollte. Bereits die Anreise mit dem kleinen Propellerflugzeug vermittelte das Gefühl, den Alltag langsam hinter sich zu lassen. Die Insel wirkt rau, ursprünglich und angenehm entschleunigt.

Windy Canyon und Palmers Track bis Mt Hobson

ca. 6 bis 8 Kilometer, 2 bis 3 Stunden

Diese Wanderung auf Aotea Great Barrier Island führt durch eine eindrucksvolle Landschaft aus Felsformationen, regenerierendem Busch und Kauri-Wald hinauf in Richtung Mt Hobson. Schon der Einstieg durch den Windy Canyon ist markant. Der Pfad zieht sich zwischen steilen, vom Wind geformten Felswänden nach oben.

Im weiteren Verlauf führt der Palmers Track entlang des Grats. Immer wieder öffnen sich Ausblicke über die Insel, die Küste und das umliegende Meer. Für mich war diese Wanderung eines der Highlights der Nordinsel. Die ohnehin abgelegene Atmosphäre von Aotea intensiviert sich mit jedem Schritt nach oben. Man bekommt das Gefühl, weit weg von den klassischen Reiserouten unterwegs zu sein.

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Zum Abschluss meiner Neuseelandreise ging es nochmals weiter nördlich. Dort zeigt sich das Land wärmer, grüner und stellenweise fast tropisch. Rund um den Whangaroa Harbour wartete eine Wanderung, die mit einem der schönsten Panoramablicke meiner Reise belohnte.

Duke’s Nose, Bay of Islands

ca. 5 Kilometer, 2 Stunden

Die Wanderung zu Duke’s Nose beginnt bei Lane Cove und führt zunächst durch dichten Küstenwald. Mehrere Bachquerungen (ohne Brücken) sorgen unterwegs für Abwechslung, bevor der Pfad zunehmend steiler wird.

Über eine kurze Felspassage geht es hinauf zur markanten Felsformation oberhalb der Bucht. Dieser kleine Kletterteil macht die Wanderung besonders spannend. Oben öffnet sich ein weiter Blick über den fjordähnlichen Whangaroa Harbour. Zerklüftete Küstenformen, sattgrüne Hänge und das intensive Blau des Wassers prägen die eindrucksvolle Szenerie. Für mich war diese Wanderung ein schöner Abschluss der Neuseeland-Etappen und zeigte nochmals eine ganz andere landschaftliche Seite des Landes.

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Nach den vielen abwechslungsreichen Landschaften Neuseelands war die Weiterreise in die Südsee ein wunderbarer Ausklang. Rarotonga brachte nochmals eine neue Stimmung in die Reise. Tropischer, wärmer und geprägt von dichter Vegetation. Gleichzeitig zeigte sich auch hier, dass sich die Südsee nicht nur zum Entspannen am Strand eignet, sondern ebenso gut aktiv und zu Fuss entdecken lässt.

Rarotonga Cross Island Track

ca. 7 Kilometer, 3 bis 4 Stunden

Der Weg führt quer über die Insel durch das dicht bewachsene tropische Inselinnere. Rasch steigt man in den Regenwald auf, vorbei an Farnen, Wurzeln und üppiger Vegetation. Die Luft ist warm und feucht, der Weg kann rutschig sein und die Umgebung deutlich tropischer als alles, was ich zuvor in Neuseeland erlebt hatte.

Am höchsten Punkt bei Te Rua Manga, auch The Needle genannt, öffnet sich der Blick über die Berge, den dichten Regenwald und die grüne Inselmitte. Anschliessend führt der Weg wieder hinunter Richtung Küste, wo man sich nach der Wanderung wunderbar erholen kann.

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Für mich waren es gerade die Unterschiede zwischen den einzelnen Wanderungen, die diese Reise so besonders gemacht haben. Jede Etappe hatte ihren eigenen Charakter. Mal waren es die Weite und die intensiven Farben der Seen, mal die Stille im Regenwald, die Begegnung mit Tieren oder das Gefühl, ganz weit weg von den bekannten Routen unterwegs zu sein. Genau diese Vielfalt macht Neuseeland so faszinierend.

Sarah Kunz

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