Xenia Graf

Reise nach Peru

Im Oktober 2016 bereiste Xenia Graf das kontrastreiche Peru. Fasziniert von Land und Leuten kam Sie zurück und erzählt nun ganz persönlich von Ihren Eindrücken. Lassen Sie sich entführen in die mystische Welt der Inkas.

Unterwegs im Reich der Inkas

Zürich – Amsterdam - Lima

Nach rund 18 Stunden Anreisezeit kommt unsere Reisegruppe endlich in Lima an. Am Flughafen werden wir bereits erwartet und zu unserer Unterkunft gebracht. Die Strassen in Lima sind regelrecht verstopft, so dauert der Transfer in die Stadt über eine Stunde (Entfernung ca. 20km). Im Westin Hotel angekommen, beziehen wir unsere grossen und sehr komfortablen Zimmer. Beim Abendessen kommen wir schon das erste Mal in Genuss der Peruanischen Küche – Pisco Sour und Ceviche. Nach dem der Guide uns über die kommenden Tage informiert hat, kommen wir endlich zum wohlverdienten Schlaf.

Lima – Puerto Maldonado

Nach einer kurzen Nacht, geht es bereits früh morgens wieder an den Flughafen. Unser heutiges Ziel ist Puerto Maldonado, der Dschungel von Peru. Nach dem rund eineinhalb stündigen Flug via Cusco landen wir am überschaubaren Flughafen Padre Aldamiz. Die Temperatur liegt bei über 30°C. Wir werden von einer jungen Dame empfangen, die uns zu einem kleinen Bus führt, wo unser Gepäck auf das Dach gepackt wird. Vom Flughafen fahren wir 20 Minuten bis zur Schiffablegestelle am Río Madre de Dios. Auf langen, motorisierten Holzbooten werden wir zu unserer Unterkunft, die Inkaterra Hacienda Concepción, gebracht - eine Lodge mitten im Dschungel. Mit einer kalten Limonade werden wir von den Angestellten sehr herzlich empfangen. Wir erhalten Infos über die Lodge sowie die geplanten Ausflüge während unseres Aufenthaltes und können anschliessend unsere geräumigen Cabañas beziehen.

Nach dem Mittagessen machen wir uns mit unserem Guide Elias auf dem Naturpfad durch den Dschungel. Begeistert erklärt er uns die Primär- und Sekundärwälder, zeigt uns endemische Pflanzen und weist uns auf Tiere hin, die für uns fast unerkennbar scheinen. Ziemlich bald lernen wir auch die unangenehmen Bewohner kennen – die Mosquitos. Nach dem spannenden Walk geniessen wir in der gemütlichen Lounge im ersten Stock des Haupthauses frisch gepressten Mangosaft bei einem herrlichen Blick in den Dschungel. Bei Sonnenuntergang geht es mit dem Boot flussaufwärts. Gespannt beobachten und lauschen wir dem Geschehen auf und am Fluss. Wir entdecken Kaimane sowie Capybaras (Wasserschweine). Nach der Flussfahrt geht es zurück in die Lodge. Dort erwartet uns ein leckeres 3-Gänge-Menü. Bei geselligem Zusammensein lassen wir den Abend ausklingen.

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Puerto Maldonado

Um 05:30 Uhr morgens sind wir bereits am Frühstückstisch. Die spannenden und uns sehr fremden Geräusche der Natur  lassen uns nicht lange schlafen. Um 06:00 Uhr fahren wir mit dem Boot wieder flussaufwärts, unser heutiges Ziel ist der Lake Sandoval im Reserva Nacional Tambopata. Nach einem interessanten 5km langen Walk durch den Nationalpark kommen wir an eine Lichtung, wo die Anlegestelle für die Holzboote ist. Mit 2 Paddeln ausgestattet treiben wir durch die engen Kanäle in Richtung offener See. Die Aussicht ist atemberaubend. Ein grosser See umgeben von unendlich vielen Bäumen. Wir beobachten einige Tiere beim Baden oder gemütlichen Mittagsschlaf. Die Sonne brennt uns auf die Köpfe und wir versuchen dem Schatten der Bäume entlang zu paddeln. Nach rund einer Stunde auf dem See paddeln wir zurück zur Anlegestelle. Von hier geht es auf dem gleichen Weg wieder zurück zur Hacienda.

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Wir geniessen die Stunde, welche uns bis zum Mittagessen noch bleibt, in unseren komfortablen Cabañas. Nach dem Mittagessen werden wir flussaufwärts zur Reserva Amazonica Inkaterra gebracht. Eine ebenfalls schöne Lodge von Inkaterra, die jedoch näher am Madre de Dios liegt und nicht ganz vom Dschungel umgeben ist. Einige Cabañas bieten Flusssicht. Nach einer kurzen Besichtigung geht es weiter zum Canopy Walk - mein persönliches Highlight im Dschungel. 7 Hängebrücken verbinden 7 Plattformen und ein Baumhaus, welche rund 23 Meter über dem Boden auf den Bäumen erbaut sind. Man startet bei Tower 1, die Aussichtsplattform befindet sich auf 28 Meter Höhe und ist nur via Treppen zu erreichen. Der Canopy Walk ist 344 Meter lang, die längste Hängebrücke ist rund 40 Meter lang. Im Baumhaus kann auch übernachtet werden. Nach dem Nachtessen machen wir uns mit Taschenlampen ausgestattet nochmals auf den Naturpfad um die Lodge herum. Wir entdecken Schlangen, Taranteln, Kröten und interessante Insekten sowie Affen.    

Puerto Maldonado – Cusco – Heiliges Tal

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Heute müssen wir leider Abschied nehmen vom Dschungel. Auf dem Weg zum Flughafen machen wir noch einen kurzen Stopp im Butterfly House. Anschliessend fliegen wir von Puerto Maldonado (193 M.ü.M. / 35°C) nach Cusco (3400 M.ü.M. / 15°C), wo wir von unserer einheimischen und sehr herzlichen Reiseleiterin Victoria empfangen werden. Aufgrund unseres dichten Zeitplans, steigen wir  gleich in unseren kleinen Gruppenbus und fahren los in Richtung Heiliges Tal nach Urubamba. Unterwegs machen wir einige Stopps. Unser erster Stopp heisst Awanakancha, ein soziales Gemeinschaftsprojekt und eine Aufzuchtsstation für die einheimischen Tiere wie Lamas, Alpakas, Vikunjas und Guanakos. Hier lernen wir die Unterschiede der Tiere und vor allem der Wolle kennen. Uns wird die alte Technik der Weberei und Färberei gezeigt. Anschliessend haben wir die Möglichkeit im Shop handgefertigte Produkte wie Pullover, Mützen, Handschuhe und weiteres zu kaufen. Den nächsten Stopp legen wir beim Inkariy Museum ein. Hier erfahren wir mehr über die bedeutendsten präkolumbianischen Kulturen in Peru. In verschieden, kreativ gestalteten Räumen werden uns chronologisch die verschiedenen Kulturen näher gebracht. Nach etwa einer Stunde nehmen wir die letzte Etappe des heutigen Tages in Angriff. Nach 30 Minuten kommen wir beim Hotel Tambo del Inka an, unsere Unterkunft für die nächsten 2 Nächte. 

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Heiliges Tal – Moray & Maras

Leider habe ich mich auf der Reise sehr stark erkältet und unser dichter Zeitplan trägt auch nicht wirklich zur Heilung bei. Trotz Fieber und starken Halsschmerzen will ich aber nichts verpassen. So geht es heute weiter zur Moray, eine beeindruckende Inka Anlage bestehend aus mehreren Terrassen in verschiedenen Höhen. Bis vor 50 Jahren wurden auf dem Gelände noch Kartoffeln und Getreide angebaut.

Weiterfahrt nach Maras. Die Salzminen aus der Inka Zeit werden heute noch zur Salzgewinnung genutzt. Von weitem haben wir schon einen wundervollen Blick über die Salzterrassen. Wir fahren mit unserem Bus bis vor die Terrassen und können sogar so nahe dran um das Salzwasser zu probieren. Natürlich darf ein kleines Souvenir nicht fehlen, so haben wir an den unzähligen Marktständen fleissig Salz eingekauft – es soll schliesslich das Beste der Welt sein.

Nach dem Mittagessen stehen noch zwei Hotelbesichtigungen im Heilligen Tal auf dem Plan. Das Belmond Hotel Rio Sagrado liegt am Ufer des Rio Urubamba zwischen grünen Wiesen und beeindruckenden Bergen. Die Zimmer sind komfortabel eingerichtet und verfügen alle über eine private Terrasse. Die ganze Anlage macht einen sehr gepflegten und schönen Eindruck. Weiter geht es zum Sol y Luna. Hier sind alle Cabañas individuell und farbig, aber sehr stilvoll gestaltet. Die Lodge verfügt unter anderem über eine eigene Ranche mit 22 Pferden. Völlig erschöpft kehren wir ins Hotel zurück. Vor dem Abendessen entspannen wir uns noch etwas im Wellnessbereich.

Heiliges Tal – Machu Picchu - Cusco

Heute steht das Highlight dieser Reise auf dem Plan – Machu Picchu, die verlorene Stadt. Früh morgens stärken wir uns nochmals am riesigen Frühstücksbuffet. Ich bin ausgestattet mit Taschentüchern und fiebersenkenden Schmerzmitteln und mache mich mit der Gruppe auf den Weg. Zuerst geht es Richtung Ollantaytambo, die einzig verbliebene von Inkas geplante Stadt. Die Gebäude und Inka-Terrassen sowie die engen Gassen der Stadt befinden sich nahezu noch in ihrem ursprünglichen Zustand. Während meine Gruppe die Inka Ruine hochsteigt um die Stadt von oben zu betrachten, beobachte ich das Ganze von unten. Das Fieber und die Halsschmerzen machen mir sehr zu schaffen, deshalb muss ich meine Kräfte für den heutigen Tag etwas einteilen.

Zurück im Reisebus geht es zur Zugstation. Wir fahren mit dem Inca Rail in der «First Class» mit inkludiertem Mittagessen. Die etwas holprige Zugfahrt durch das Urubamba Valley ist sehr eindrücklich und das Essen ausgezeichnet. Nach eineinhalb Stunden kommen wir in Aguas Calientes an, ein kleiner Ort von wo wir mit dem Bus zur verlorenen Stadt fahren. Die 30-minütige Busfahrt den Serpentinen entlang ist wirklich sehr eindrücklich. Gespannt erreichen wir das Eingangstor und steigen die ersten Stufen der Anlage hoch. Als wir dann endlich am bekannten Fotostopp sind, geniessen wir einfach nur die Aussicht. Es ist atemberaubend! Fieber und Halsschmerzen sind in diesem Moment vergessen.

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Wir hätten stundenlang stehen bleiben können, aber leider lässt unser Programm dies nicht zu. Nachdem wir alle unsere perfekten Selfies haben, machen wir uns auf den Weg zu den Ruinen, welche wir von hier oben wundervoll überblicken konnten. Unsere Reiseleiterin erklärt uns die verschiedenen Ebenen und erzählt uns einiges über die Inkas. Wir haben Glück, heute hat es sehr wenig Touristen und wir können alles genau besichtigen. Nach ca. zwei Stunden heisst es von diesem wunderbaren und mysteriösen Ort Abschied zu nehmen. Beim Ausgangstor erhalten wir alle noch einen Machu Picchu Stempel in unseren Reisepass. Bevor es mit dem Bus zurück nach Aguas Calientes geht, können wir das einzige Hotel direkt bei den Eingangstoren von Machu Picchu besichtigen, die Belmond Sanctuary Lodge. Wenn Sie hier übernachten, können Sie morgens die/der erste Besucher der Inkastätte sein. Die Zimmer sind gemütlich und der Garten lädt zum Verweilen und Entspannen ein.

Mit dem Bus fahren wir wieder zurück nach Aguas Calientes und besichtigen zwei weitere Hotels. Das Sumaq Machu Picchu Hotel ist ein 5 Sterne Hotel ca. 10 Gehminuten von der Bahnstation entfernt. Es ist sehr stilvoll und elegant eingerichtet. Weiter geht es im Inkaterra Machu Picchu Pueblo Hotel. Die ganze Hotelanlage ist wie ein kleines Dorf aufgebaut und die Casitas sind rustikal, aber sehr gemütlich, eingerichtet. Bis zur Bahnstation sind es nur wenige Meter.

Wir steigen wieder in den Inca Rail und fahren in der «First Class» inklusive Abendessen zurück nach Ollantaytambo. Unser Fahrer erwartet uns bereits am Bahnhof, wir steigen in unseren Reisebus und fahren nach Cusco, wo wir um 22:30 Uhr im Hotel Hilton Garden Inn ankommen und nach dem Check-in erschöpft ins Bett fallen.

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Cusco

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Heute würde eine Stadtrundfahrt in Cusco sowie Besichtigungen der Highlights dieser Stadt auf dem Plan stehen. Leider plagen mich bereits die ganze Nacht starke Magenschmerzen, Übelkeit und Fieber. Ich kann weder Essen noch Trinken. Unsere Reiseleiterin organisiert umgehend einen Arzt, der mich in meinem Hotelzimmer untersucht. Da ich stark dehydriert bin, rät mir der Arzt gleich mit ihm ins Spital zu fahren. Nach einer  10 minütigen Fahrt im Krankenwagen erreichen wir das Spital. Es ist eine Notfallklinik, die auf Höhenkrankheit spezialisiert ist und viele Touristen behandelt, daher spricht auch der grösste Teil des Personals englisch. Nach der Zimmerzuteilung muss ich die obligatorische Spitalkleidung anziehen und lasse die verschiedenen Untersuchungen über mich ergehen. Bei der Auswertung der Bluttests wird ein bakterieller Infekt festgestellt. Ich erhalte also ein Antibiotikum sowie Schmerzmittel gegen die Magenschmerzen und etwas gegen die Übelkeit. Nach über 10 Stunden am Tropf verlasse ich auf eigenen Wunsch die Klinik wieder, da ich mich schon einiges besser fühle. Das Personal hat sich professionell um mich gekümmert, ich fühlte mich sehr gut aufgehoben auch wenn teilweise sehr viel Geduld gefragt war.

Den letzten Abend verbringe ich mit der Gruppe im Chicha Restaurant in Cusco. Ein sehr schönes Restaurant im zweiten Stock eines Kolonialhauses. Die Gerichte sehen fantastisch aus. Probieren kann ich sie leider nicht, da ich meinen Magen nach diesen ganzen Strapazen etwas schonen muss. Ich darf mit einer Bouillon Suppe vorlieb nehmen. 

Cusco – Lima – Amsterdam - Zürich

Bevor unser Flieger von Cusco nach Lima startet, besichtigen wir am Vormittag noch einige archäologische Plätze rund um Cusco, darunter die Inka-Festung Sacsayhuaman. Die Ruine liegt ca. 3 km oberhalb von Cusco und bietet einen herrlichen Blick auf die Stadt.

Im Restaurant Limo, gleich am Plaza de Armas,  geniessen wir das letzte Mal die hervorragende peruanische Küche. Kurz vor der Abfahrt Richtung Flughafen besuchen wir noch die sehr beeindruckende Kathedrale gleich neben an. Ein Besuch lohnt sich allemal.

Am Flughafen verabschieden wir uns wehmütig von unserer Reiseleiterin Victoria, die uns die letzten 4 Tage sehr eindrücklich und bemüht über Ihre Heimat berichtet hat und stets für alle Fragen ein offenes Ohr hatte.

Die letzte Etappe unserer Reise steht an. Der lange Flug zurück in die Schweiz. Wir fliegen zuerst nach Lima und dort mit KLM via Amsterdam nach Zürich. Es lohnt sich beim Online Check-in die last minute Sitze zu günstigen Preisen in der Komfort Klasse oder gar der Business Klasse zu buchen! :-)

Auch wenn ich nur 8 Tage Zeit hatte dieses wunderbare Land zu bereisen, hat es mich total begeistert. Nicht nur die Landschaften, sondern auch die Begegnungen mit vielen tollen Menschen waren wunderbar!

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