Irene Giger & Nicole Kunz

Reise nach Australien

Wohin nur mit den Aussie Reisespezialistinnen Irene Giger und Nicole Kunz die Australien schon so oft bereist haben? Lassen Sie sich in eine Welt entführen, die noch viel mehr zu bieten hat als Sydney Opera House, Great Barrier Reef und Ayers Rock. Die eher selten besuchten, aber nicht minder interessanten Gawler Ranges sind das Ziel der individuell geplanten Studienreise im Mai 2013. Ein klassisches Self-Drive von Melbourne nach Sydney, der Coastal Drive, rundet das Programm ab.

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Unbekannte Gawler Ranges

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Zwei Travel Experts am Rennen! Ein plötzlicher Gatewechsel am Flughafen von Adelaide führt zur ersten Aufregung und Aufwärmung des Gemütes und der Beinmuskulatur.

Nach 45 Minuten Flug erreichen wir unser Ziel Port Lincoln auf der Eyre Peninsula. Vor dem kleinen Provinzflughafen, auf welchem die Gepäckwägelchen noch von Hand vor das Ankunftshäuschen geschoben werden, wartet bereits Lisa von Gawler Ranges Wilderness Safaris, unsere Fahrerin und Reiseleitung für die nächsten drei Tage.

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Start in Port Licoln

In einem komfortablen 4WD Jeep werden wir weg von Port Lincoln, einmal quer durch die Eyre Peninsula, nach Norden chauffiert. Die Gawler Ranges liegen im Norden der Eyre Halbinsel und sind von Port Lincoln her in ca. 2 Stunden Fahrt zu erreichen. Die Eyre Peninsula ist relativ flach und von grünen Wiesen und gelben Getreidefeldern überzogen. Alles Farmland, links und rechts der Strasse sind kleine Schaffarmen und  dazwischen immer wieder die weite Leere. Eine alte Bahnlinie, welche schon längst ihren Dienst quitiert hat, zieht sich ebenfalls über die ganze Insel. In früherer Zeit wurde das Getreide von den  Getreideverarbeitungszentren mit der Bahn nach Port Lincoln zum Verschiffen gefahren. Port Lincoln mit seinem grossen Hafen ist zudem führend in der Fischerei und deren Verarbeitung. Fisch und Meeresfrüchte sind heute ein Sinnbild für die Eyre Peninsula; das Fischverarbeitungszentrum im Hafen von Port Lincoln steht für Besucher offen. An der Küste, welche wir erst am Rückreisetag zu sehen bekommen werden, leben die Einwohner vor allem vom Fischfang und dem Hai- und Seelöwentourismus.

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Luxus im Kangaluna Camp

Bei Wudinna verlassen wir die Teerstrasse und befahren den Gawler Ranges Nationalpark. Um in den Nationalpark hinein zu fahren, benötigt man einen guten 4WD Wagen mit genügend Bodenfreiheit. Die Pisten und Wege im Park und in der gesamten Gawler Region, sind teilweise sehr sandig und in manchen Passagen mit grobem Geröll übersäht. Lisa ist eine versierte 4WD Fahrerin. Die Fahrt über die Insel in den Park können wir daher geniessen und lauschen den vielen interessanten Details. Schliesslich kommen wir ins Kangaluna Camp, unsere luxuriöse Outbackbehausung für die nächsten zwei Nächte. Wir sind ob der wunderschönen Lage und der hübsch hergerichteten Safari-Zelten sehr überrascht und erfreut. Die Zelte sind wirklich ganz toll ausgestattet mit eigenem Badezimmer, zwei grossen Betten und jeder Menge selbstgemachter Deko. Da es bereits Anfang Winter ist in Australien und es im Outback in der Nacht ziemlich frisch werden kann, waren wir betreffend der Übernachtung im Zelt doch etwas besorgt; völlig unnötig wie sich zeigt. Die Betten sind gross und kuschelig mit Nordischen Decken und selbst designten Wolldecken. Am Abend erhalten wir sogar noch warme Bettflaschen, ebenfalls mit selbstgenähten Bezügen, einfach einzigartig. Etwas weniger Komfort, jedoch nicht minder geschmackvoll eingerichtet ist der sogenannte Swagon - ein alter Planwagen neu aufgezogen mit einem Bett und Leselampen darin.

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Für Romantiker lässt sich sogar die Planplache ganz aufrollen, so dass man freie Sicht auf den fantastischen Sternenhimmel über den Gawler Ranges hat. Ein Dusch-/WC-Häuschen steht direkt daneben. Im Camp erwartet uns zudem Rosie, unsere zweite Reiseleitung und Köchin. Das Küchenzelt mit angebautem Essbereich bildet das Zentrum des Camps. Ein riesiger Holztisch und viel Informationsmaterial, Karten, Bücher, Fotos usw. laden zum Verweilen ein. Vor diesem Gemeinschaftsbereich steht eine grosse Feuerstelle, die uns am kühlen Abend wärmen wird. Rund um die Feuerstelle wird gesessen und geplaudert, in die Sterne geschaut und gesungen. Die verschiedenen Wasserstellen, ziehen den ganzen Tag Kängurus und Vögel an; es gibt also bereits im Camp viel zu sehen. Wir sind begeistert.

Faszination Salzsee

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Viel Zeit um uns im Camp umzusehen bleibt allerdings nicht. Da die Wettervorhersage für die nächsten Tage eher schlecht ist, wollen unsere Guides noch diesen Nachmittag los, um uns einige Highlights des 1200km2 grossen Gawler Ranges Nationalparks zu zeigen. Wir machen uns auf den Weg zum grossen Salzsee Lake Gairdner. Dieser erstreckt sich über eine Länge von 160 km und einer Breite von 48 km und bedeckt eine Fläche von etwa 4350km2.

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Somit ist er der viertgrösste Salzsee Australiens. Seine Salzschicht ist stellenweise bis zu 1,2 m dick. Wir sind fasziniert vom Anblick der weiss-bläulichen, kahlen Fläche und des Kontrastes mit dem roten Sand an den Rändern. Der See wird oft für Fotoshootings genutzt, auch wir  experimentieren mit unseren Kameras und versuchen, möglichst coole Bilder zu schiessen.

Erwachen im Outback

Auf unserem Rückweg dämmert es bereits, wir haben so die Möglichkeit unzählige Kängurus zu sehen. Es scheint als seien wir just zur Essenszeit der Tiere unterwegs, es wimmelt vor lauter „Hüpfer“. Doch obwohl wir zur idealen Zeit und am richtigen Ort sind, lassen sich die Wombats, welche hier heimisch sind, nicht blicken. Es bleibt uns nur deren Bauten zu bestaunen und zu hoffen, dass der nächste Tag mehr Wombat-Erfolg bringt. Die Betten halten was sie versprechen und trotz stürmischen Winden und etwas Regen, schlafen wir herrlich. Am frühen Morgen, wecken uns die Vögel. Von der Zeltterrasse aus, lassen sich, im friedlichen Frühsonnenlicht, die Tiere gut beobachten. Die vielen verschiedenen Vogelarten, mit ihrem bunten Gefieder und lautem Gezwitscher, begrüssen den Outbackmorgen. Ein herzhaftes Frühstück weckt unsere Lebensgeister. Wir freuen uns auf einen weiteren Tag im Outback der Gawler Ranges.

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Kultur & Geschichte

Lisa und Rosie begleiten uns am zweiten Tag gemeinsam. Wir besuchen die alte Paney Farm. Von der ehemaligen, stattlichen Farm ist nicht mehr viel übrig. Das Wohnhaus (Homestead) wurde restauriertund kann besichtigt werden. Das Steinhaus mit einigen Zimmern sowie kleiner Terrasse und die Grundmauern des Gartens lassen erahnen, wie hart das Leben im Outback vor über 150 Jahren gewesen sein muss. Um 1850 wurde das Homestead und die Farm von einer Pastorenfamilie besiedelt und bewirtschaftet. Eine Gedenktafel informiert über weitere Details aus dieser Zeit.

 

Nach so viel Geschichte und Kultur ist uns nach etwas Natur und Bewegung. Der Besuch der Basaltsäulenformation The Organ Pipes steht auf dem Programm. Diese orgelpfeifen-ähnlichen Gesteinsformationen sind durch die vulkanische Aktivität in den Gawler Ranges entstanden. Wir spazieren zwischen den beeindruckenden Säulen umher und finden auch hier wieder diverse Kräuter und Blüten, welche Rosie für unser Abendessen pflückt. Auf den blanken Steinrücken sonnen sich kleine Echsen, regungslos beobachten sie uns. Als wir jedoch die Kameras zücken, ist schnell vorbei mit Sonnenbaden, fluchtartig verlassen sie ihren Liegeplatz.

 

Auf dem Rückweg durch den Park und über Farmland versuchen wir nochmals Wombats zu entdecken, aber die bärenartigen Beutler lassen sich auch heute nicht blicken. Unsere Guide-Ladies führen uns gegen Abend noch auf einen Hügel, auf welchem wir schier unbegrenzte Sicht in alle vier Himmelsrichtungen haben. Die hügelige, karge Landschaft mit Salzseen, Sanddünen, Felsformationen, Schluchten und einem unglaublichen Reichtum an Flora und Fauna lassen uns abermals staunen. An einem kleinen Salzsee in der Nähe des Camps, lassen wir den Tag, welcher trotz schlechter  Wettervorhersage herrlich war, bei Sonnenuntergang ausklingen.

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Planänderung

In der Nacht stürmt es erneut, diesmal sogar mit Regen. In unseren Luxuszelten sind wir jedoch sicher und bleiben trocken. Leider können wir am dritten Tag, unseren ersehnten Ausflug zu den Seelöwen in Baird Bay nicht machen. Das Wetter ist zu schlecht, der Kapitän des Bootes, welches uns zu der Seelöwenkolonie bringen sollte, annulliert die heutige Tour. Das Schwimmen mit den Seelöwen ist ein weiteres Highlight auf den Touren von Gawler Ranges Wilderness Safaris. Es gibt nur wenige Tage im Jahr, an welchem dieser Ausflug nicht stattfinden kann; wir haben ins Schwarze getroffen und müssen leider darauf verzichten! Jänu, würden wir sagen, dann kommen wir halt ein zweites oder für Nicole sogar ein drittes Mail auf die Eyre Penninsula. Lisa fährt uns als kleine Entschädigung auf dem Rückweg nach Port Lincoln durch viele hübsche Küstenorte und verschlafene Surfstädchen. Zudem besuchen wir die Koala-Kolonie auf der Mikkira Sation, welche wir ganz für uns geniessen können, da sich bei diesem Huddelwetter niemand sonst ins Freie wagt.

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Abschliessend machen wir einige Fotostopps an der schönen Südwestküste, welche von Stunde zu Stunde wilder zuwerden scheint. Der Wind und Regen hat mittlerweile stark zugenommen. Der Himmel ist dunkel und das Meer grau und schäumend, was die ausdrucksstarke Landschaft noch dominanter macht. Uns kommt kurz der Gedanke, dass wir noch heute Abend mit einem kleinen „Brummer“ wieder zurück nach Adelaide fliegen wollen….
Der Flughafen ist bereits vollgestopft, als wir nach einem feinen Znacht in einem der Fischrestaurants dort ankommen. Allerdings ist das auch nicht wirklich erstaunlich, da der Flughafen von Port Lincoln nur aus einem Terminal mit ein paar wenigen Sitzplätzen besteht. Auch ein Restaurant oder eine Kaffeebar sucht man dort vergebens. Die Gepäckwagen stehen bereits überfüllt mit Koffern und Taschen auf dem Rollfeld….im Regen…! Bald wird klar, das wird heute nichts mehr! Die ankommenden Maschinen aus Adelaide können bei diesen Windverhältnissen nicht landen, wir bleiben also wortwörtlich im Regen stehen und werden uns die Nacht in Port Lincoln um die Ohren schlagen. Wenn wir so gen Himmel schauen, ist uns das allerdings lieber, wir werden beide leicht seekrank; und was das Wetter über Südaustralien heute zu bieten hat, wäre wohl auch für unsere Mägen zu viel. Mit der ersten Möglichkeit fliegen wir am nächsten Morgen via Adelaide nach Melbourne. Das Wetter hat sich beruhigt und wir geniessen einen sonnig-milden Tag in Melbourne.

Herausgeputztes Melbourne

In der Stadt herrscht ein regelrechter Bauboom, wer Melbourne in den letzten Jahren nicht besucht hat, wird überrascht sein. Mit den Docklands - dem Gebiet westlich der Stadt - entsteht ein neuer und sehr moderner Stadtteil, in dessen Zentrum das Ethiad Stadion steht. Aus den alten Docks sind vielen neue Lokale entstanden, welche durch ihre romantische Lage direkt am Wasser bestechen. Neue Einkaufszentren und grosse Shoppingmalls schaffen Arbeitsplätze und bieten nahe Einkaufsmöglichkeiten für die Bewohner der vielen grossen Wohnhäuser rund um die Docklands.

Ein neuer Anziehungspunkt ist zudem der 297 Meter hohe Eureka Tower, mit seiner Aussichts-Glasplattform im 88. Stockwerk. Die Plattform auf 285 Metern Höhe kann mit dem schnellsten Aufzug in der südlichen Hemisphäre erreicht werden; in nur 40 Sekunden ist man oben angekommen.

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Der ehemalige Aussichtsturm Rialto Tower ist nicht mehr für Besucher geöffnet.

Am Abend lässt es sich bei beleuchteter Kulisse der Melbourner Skyline am Ufer des Yarra River herrlich Flanieren und Spazieren. Auch dieser Stadtteil hat sich herausgeputzt, und die meisten Restaurants und Bars bieten auch zu dieser Jahreszeit Plätze draussen mit Blick auf Melbourne by Night. Allerdings muss man sich unter Heizpilzen und mit Decken über den Beinen warm halten, denn die Nächte sind auch in den Städten empfindlich kühl geworden.

Der Klassiker - Selfdrive von Melbourne nach Sydney

Mit einem Mietwagen machen wir uns am nächsten Tag auf, den Coastal Drive vom Melbourne nach Sydney zu erkunden. Diese Mietwagenrundreise, welche auch im Dreamtime Katalog ausgeschrieben ist, verspricht spektakuläre Küsten und einzigartige Nationalparks. Die Übernahme des Mietwagens im Stadtbüro von Europcar geht schnell und reibungslos, schon kurz darauf verlassen wir die aufstrebende Metropole und der Verkehr nimmt stetig ab.

Unser heutiges Ziel ist die südlich von Melbourne gelegene Mornington Peninsula. Auf dem direkten Wege ist die Halbinsel in etwas mehr als einer Stunde erreichbar. Wir entscheiden uns aber für einen Umweg zur bekannten Weinregion Yarra Valley und den hügeligen Dandenong Ranges. Der Herbst hat Einzug gehalten, die Bäume und Rebberge leuchten von rot bis gelb im gesamten Farbspektrum. Die hügelige Landschaft in der fahlen Herbstsonne sieht wunderschön aus. Wir besuchen das bekannt Chateau Yering, das victorianische Anwesen ist heute eine Boutique und Luxury Unterkunft. Das angrenzende Weingut ist modern und bietet einen herrlichen Ausblick über das Tal. Auf eine Weindegustation verzichten wir aber zur frühen Stunde, haben wir doch noch eine kurvenreiche Fahrt über die Dandenong Tourist Road vor uns.

Der Abstecher über das Yarra Valley und die Dandenong Ranges mit seinen hohen Eukalyptusbäumen, Farnen und den vielen verschlafen wirkenden Ortschaften mit einladenden Cafés und Shops, lohnt sich alleweil. Wir machen mehrmals Halt, sehen uns in den unzähligen, hübsch gemachten Antiquitäten-, Handwerker- und Esoterik-Boutiquen um und geniessen in einem der einladenden Cafés eine kleine Zwischenverpflegung an der Sonne. Beim Eindunkeln - das ist im Herbst bereits um ca. 17.30 Uhr der Fall - erreichen wir Mornington auf Mornington Peninsula. Die Halbinsel an der Port Phillipp Bay südöstlich von Melbourne wollen wir in den nächsten zwei Tagen zu Fuss und per Mietwagen erkunden. Wir sind überrascht von der Grösse und den langen Distanzen zwischen den einzelnen Orten und Attraktionen. Wir haben uns alles kleiner und kompakter vorgestellt. Hier merken wir nun auch zum ersten Mal, dass wir in der Nebensaison unterwegs sind. Viele der zahlreichen Lokale sind saisonhalber geschlossen. Es ist zu kühl um Gäste im Freien zu bewirten und im Innern der Lokale gibt es oft zu wenig Platz oder der Heizaufwand ist zu gross.

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Jede Ortschaft hat mehrere Restaurants, Bars oder Esstheken, welche Fisch- und/ oder anderen Meeresspezialitäten anbieten, meist an vorderster Front zum Meer hin. Im Sommer sind diese Lokale bestimmt gut besucht. Leider kommt bei den kühlen Temperaturen in den nur mässig isolierten Räumen mit grossen Glasfronten dem Getöse der Klimaanlage keine wirklich gemütliche Stimmung auf. Die nötige Wärme geben uns die angebotenen, sehr köstlichen Leckereien der Speisekarte. Die Mornington Peninsula bietet ein breites Angebot an Aktivitäten. Es findet sich für jeden etwas  Passendes. Wir entspannen uns zuerst in den Peninsula Hot Springs, unternehmen eine Wanderung zum Point Nepean, dem äussersten Punkt der Halbbinsel, lassen uns mit einem ausgezeichneten Essen auf der Montalto Winery verwöhnen und geniessen zum Abschluss den wunderschönen Sonnenuntergang am Cape Schanck. Das Abendprogramm schliessen wir mit einem Besuch des Moonlit Santuary ab. Hier können wir nachtaktive Tiere wie den Tasmanischen Teufel, Nachteulen, Beutelmarder oder Sugar Glider beobachten.

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Uns gefallen die farbigen Strandhäuser. Die kleinen Bootshäuser säumen weite Teile der Strände an der Port Phillip Bay. Jedes Einzelne ist ein  Kunstwerk für sich, sie lassen an Kreativität und Farbenpracht keine Wünsche offen. Es ist herrlich am Strand entlang zu schlendern und die im
Sommer täglich benutzten Hüttchen in ihrem Winterschlaf zu betrachten und den Anblick der aneinandergereihten Farbtupfer zu bestaunen.

Unsere nächste Tagesetappe führt uns von Mornington zum Wilsons Promontory National Park. Wir befahren die Küstenstrasse.
Auf dem Bunurong Coastal Drive (kleine Great Ocean Road), zwischen Kilcunda und Inverloch, geniessen wir immer wieder den Ausblick auf die schöne Küstenlandschaft. Im australischen Winter sind die Strände fast menschenleer, nur hartgesottene Surfer finden sich an den Stränden ein und trotzen mit ihren Neoprenanzügen dem kalten Wasser und warten auf die heranrauschenden Wellen.

Natur pur im Wilsons Promontory NP & Lakes Entrance

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Für den Wilsons Promontory National Park erhoffen wir uns einen oder besser mehrere Wombats und viele weitere Tiere vor die Augen/Linsen zu bekommen. Kaum durch das Eingangsgate gefahren, begrüsst uns schon der erste Wombat. Das verspricht ja schon viel! Auf der Weiterfahrt kommt man immer wieder in den Genuss eines schönen Blicks auf die Küste mit den Granitfelsen und weissen Sandstränden. Ein kurzer Spaziergang führt uns auf eine grosse Ebene, wir sehen einen weiteren Wombat, einige Emus und überall schauen scheue Kängurus zu den Büschen raus.

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Tidal River ist der einzige „Touristenort“ im Nationalpark und bietet nebst einem Besucherzentrum, einem kleinen Supermarkt und Café verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten, wie einen grossen Campingplatz, Cabins oder Zelt-Bungalows an. Wir übernachten in einem der vier Zelt-Bungalows des Wilderness Retreats. Die kleine Anlage befindet sich etwas abseits unter schützenden Bäumen nahe zum Strand. Allen Gästen steht eine voll ausgestattete Gemeinschaftsküche zur Verfügung. Jeder Zelt-Bungalow verfügt über eine eigene Dusche und WC, eine Veranda und einen kleinen Ofen, den wir in dieser Jahreszeit sehr schätzen.
Der unter Einheimischen genannte „Prom“ ist während der Schulferien und an Wochenenden ein sehr beliebtes Ausflugsziel und kann sehr voll werden. Das heisst, die Unterkünfte müssen frühzeitig gebucht werden. Im Winter reisen auch hier weniger Leute an. In dieser Zeit trifft man eher auf Wombats, die gemütlich und in aller Ruhe auf dem leeren Campingplatz grasen, als auf Touristen. Es gibt unzählige Wanderungen im Park, von einfachen bis mehrtägigen Touren. Sehr beliebt ist die Wanderung von Tidal River zum Squeaky Beach, für welche auch wir uns entscheiden. Begleitet von Wolken, Wind, Sonne und Regen wandern wir in weniger als einer Stunde zur Squeaky Bay. Der Sand am Squeaky Beach ist so fein, dass es beim Laufen quietscht - daher auch der Name.

Über Foster, Sale und Bairnsdale nähern wir uns dem nächsten Etappenziel Lakes Entrance. Wir statten davor Metung, einem kleinen Ferienort kurz vor Lakes Entrance, einen Besuch ab. Heute ist nicht viel los, auch hier wirkt der Ort im Winter sehr verschlafen. Am Wasser werden wir von vorbeischwimmenden Delfinen überrascht. Kaum 10 m von uns entfernt, schwimmen sie ruhig und sanft an uns vorbei und buhlen mit den Pelikanen, die sich am Ufer des Lake King versammelt haben, um unsere Aufmerksamkeit. Bei Lakes Entrance verbinden sich die beiden grossen Seen Lake King und Lake Wellington mit dem Meer - ein einzigartiger Flecken Erde. Der vorgelagerte schmale Dünenstreifen, der Meer und die Seen trennt, ist die 90-Mile Beach. Über eine Fussgängerbrücke erreicht man diesen. Im Sommer ein sehr beliebtes Ferienziel der Australier, in den Schulferien und an den Wocheneden kann auch Lakes Entrance sehr überfüllt sein. Der Ort bietet viele Motels, grosse Campingplätze, Hotels, Souvenirshops, Take-Aways und feine Fischrestaurants. Im Sommer teilen sich Surfer, Segler, Angler, Badende und Sonnenanbeter den Strand. Jetzt im Winter haben wir die  kilometerlangen Sandstrände fast für uns alleine.

Wir übernachten in den Waverley House Cottages, eine wirklich hübsche Unterkunft im Blockhäuserstil. Sechs Häuschen mit Garten und Veranda bieten viel Platz und Komfort und bieten einen herrlichen Blick auf die Bass Strait in der Ferne. Hier würden wir es auch noch länger aushalten. Das hübsch eingerichtete Wohnzimmer besticht durch einen Kamin und so richten wir es uns auf dem Sofa gemütlich ein. Wir lassen Lakes Entrance hinter uns und stechen bei Orbost wieder Richtung Meer nach Marlo und Cape Conran. Gemäss Reiseführer können am Kap Seehunde beobachtet werden. Wir machen uns auf eine kleine Wanderung entlang der Küste doch von Seehunden ist leider keine Spur, schade. Dafür hat es viele schöne Muscheln am Strand, man kommt hier fast in Versuchung die eine oder andere mitzunehmen Lächelnd

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Idyllische Küstenabschnitte

Die Weiterfahrt führt uns bis nach Mallacoota durch nicht enden wollenden Nutzwald. Wir übernachten im Gipsy Point Lakeside Resort, welches auf halbem Weg zwischen dem Princes Highway und Mallacoota idyllisch am Mallacoota Inlet liegt. Bevor es eindunkelt machen wir uns noch auf zur Erkundungstour durch den Küstenort Mallacoota.

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Von hier starten in der Sommersaison diverse Bootstouren, jetzt sind die Büros dicht gemacht, die nächste Sommersaison kommt aber bestimmt, und dann findet sich auf dem grossen Campinggelände auch wieder mehr Leben ein. Jetzt geniessen die vielen Pelikane und die Einheimischen den Ort für sich alleine.

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Mallacoota weist sehr schöne Strände auf und ist Ausgangspunkt für die Erkundung des kaum erschlossenen und nur mit einem 4WD oder Boot erreichbaren Croajingolong Nationalparks. Die Region weist über 280 verschiedene Vogelarten und 90 Orchideenarten auf, es gibt viel zu entdecken. Die Tage im Winter sind sehr kurz und uns bleibt neben dem Fahren nicht allzu viel Zeit um noch weitere Aktivitäten zu  unternehmen. Das Gipsy Point Lakeside Resort bietet zum Beispiel die kostenlose Benutzung von Kanus. Schade reicht die Zeit nicht, es wäre bestimmt sehr schön gewesen, durch die unberührte Natur zu paddeln. In unserem ausgeschriebenen Mietwagenprogramm haben wir  hier zum Glück zwei Nächte eingeplant, was wirklich lohnenswert ist.

Auf unserer Weiterreise verlassen wir den Bundesstaat Victoria und reisen nach New South Wales ein. In Eden erhalten wir im Besucherzentrum viel hilfreiches Kartenmaterial für die Weiterfahrt. Eden ist eine ehemalige Walfangstation und im Killerwal Museum erfährt man, wie wichtig die Wale in der Geschichte für die Stadt waren. Die Tiere ziehen in den Wintermonaten auf ihrer Wanderung nach Norden immer noch an Eden vorbei. Wir sind aber hier wohl noch ein bisschen zu früh dran, von Walen keine Spur. Uns erwarten heute viele schöne Ferienorte mit einladenden Stränden zum Baden wie in Merimbula, Tathra Beach oder Bermagui. Im ländlichen Tilba Tilba und Central Tilba wurde jahrelang Käse produziert. Obwohl die Produktion bereits 2006 nach Melbourne verlegt wurde, kann die alte Käsefabrik besichtigt werden. Der Käse wird im Fabrikshop zum Kauf angeboten. Tilba wurde zur Zeit des Goldrausches aufgebaut, viele Gebäude stehen daher unter Kulturerbe-Schutz. In der nahegelegenen Küstenstadt Narooma gibt es herrliche Badestrände und den Australia Rock, ein Fels mit einer Aushöhlung in der Form von Australien. Ein Besuch des Pebbly Beach darf natürlich auf unserem Programm nicht fehlen. Wir müssen uns aber beeilen, haben wir doch noch eine Fahrt bis Jervis Bay vor uns. Pebbly Beach kann von zwei Strassen aus erreicht werden, für normale Fahrzeuge muss die geteerte Mt Agony Road genommen werden. Die Pebbly Beach Road ist eine Naturstrasse und für herkömmliche Fahrzeuge und Camper nicht ideal. Die Strasse zum Beach wird immer schmaler, für grössere Camper ist diese Strasse weniger zu empfehlen.

Am Strand erwarten uns schon die grasenden Kängurus für welche der Strand bekannt ist. Wir schiessen ein paar Fotos von den putzigen Tieren und müssen schon bald wieder Abschied von ihnen nehmen, wir müssen weiter. Für jene die etwas mehr Zeit haben, bietet sich der einfache Nationalpark-Campingplatz zum Übernachten an.

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Das, was wir all unseren Kunden raten, nicht im Dunkeln in Australien Auto zu fahren, passiert uns nun doch. Die Strassenbeleuchtung ist spärlich, wir fahren vorsichtig und hoffen, dass nicht plötzlich ein Känguru aus dem Busch springt. Wir suchen im Dunkeln unser heutiges Nachtquartier das Paperbark Camp auf. Dank der guten Wegbeschreibung unseres Agenten, finden wir das im Safaristil gehaltene Camp unter hochragenden Eukalyptusbäumen und Paperbark-Bäumen.

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Die Safarizelte sind auf Holzplattformen errichtet und haben eine offene Veranda. Das Restaurant ist bekannt für seine ausgezeichnete Küche. Es ist sehr angenehm, dass man direkt hier essen kann und sich nicht mehr durch den dunklen Wald auf die Suche nach einem Restaurant machen muss.

Auch in diesem Camp sind wir froh um eine wärmende Bettflasche, kühlt es doch in der Nacht stark ab. Das Duschen unter der Outdoor Dusche fällt entsprechend kurz aus...

Am nächsten Tag bei Tageslicht sieht das Camp dann schon freundlicher aus. Es empfiehlt sich noch bei Tageslicht anzukommen, sonst beschleicht einem das Gefühl, man sei „in the middle of the bush“ gelandet. Vom Paperbark Camp ist der Ferienort Huskisson innert Kürze zu erreichen. Huskisson liegt an der Jervis Bay und ist Ausgangspunkt für die Erkundung der Bucht und des nahegelegenen Booderee Nationalparks. Hier gibt es auch einige Restaurants, Shops, Motels und Campingplätze.

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Auch der für seinen weissen Sand und die Einsamkeit bekannte Strand Hyams Beach befindet sich in der Nähe. Weiter im gebührenpflichtigen Booderee Nationalpark befinden sich einfache aber sehr schön gelegene Campingplätze, die Strände und die geschützte Bucht laden zum Baden ein. Und mit etwas Glück sieht man Delfine oder in den Wintermonaten sogar Wale. Wir statten bei der kleinen Küstenstadt Kiama noch schnell dem Blowhole einen Besuch ab. Durch Felslöcher in den Klippen schiesst das Meerwasser je nach Ebbe und Flut meterhoch in die Luft. Für einen Abstecher durch den Royal National Park reicht es uns zeitlich leider nicht mehr.

Der touristische Grand Pacific Drive führt uns weiter Richtung Sydney, man bemerkt, dass man sich einer Millionenstadt nähert, der Verkehr nimmt immer mehr zu, aus zweispurigen Strassen werden es Mehrspurige und bevor wir uns versehen, sind wir mitten im Stossverkehr von Sydney. Unser Navi führt uns aber glücklicherweise auf dem direktesten Weg zum Stadtbüro von Europcar, und ohne uns zu Verfahren treffen wir pünktlich zur Abgabe im Büro ein.

Lichterspektakel in Sydney

In Sydney, für uns beide die schönste Stadt der Welt, verbringen wir die letzten Tage. Auf dem Programm darf ein Besuch von Manly, des Paddington Markets und die Überfahrt zum Cremorne Point nicht fehlen. Unser Aufenthalt in Sydney fällt mit dem Vivid Festival zusammen, welches am Wochenende tausende Zuschauer anzieht. Eine Menschenmenge, wie sie wahrscheinlich mit den Besuchern an Silvester verglichen werden kann. Das Vivid Festival ist ein Lichtschauspektakel, bei welchem die Fassaden der grossen Gebäude und auch das Opernhaus mit Lichtbildern beleuchtet werden. Ein wahrlich farbenfrohes Erlebnis zum Abschluss unserer zweiwöchigen Reise.

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